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Gutes im Herzen behalten

Leider ist unser Gehirn so programmiert, dass es Gutes und Schönes rasch vergisst, Schwieriges und Gefährliches aber lange behält. Dagegen können wir wenig tun, auch wenn dieser Umstand nicht gut ist für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Es ist uns jedoch möglich und frei gestellt, mit diesem Umstand einen Umgang zu finden, der uns gut tut. Die folgende Geschichte zeigt uns, wie.

"Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Während der Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug den anderen im Affekt ins Gesicht.

Der Geschlagene war gekränkt. Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand:

"Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen."

Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen bald darauf zu einer Oase. Dort beschlossen sie beide, ein Bad zu nehmen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb auf einmal im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Minute.

Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein:

"Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet."

Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: "Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?"

Der andere Freund antwortete: "Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann können wir das in einen Stein gravieren, damit kein Wind es jemals löschen kann." (Quelle unbekannt / gefunden auf www.lichtkreis.at)

Es muss kein Stein sein, den wir gravieren. Aber es kann nicht schaden, das Gute, Schöne bewusst aufzunehmen, es vielleicht sogar aufzuschreiben in einem Dankbarkeitstagebuch oder mit einem schlichten kleinen Vermerk im Kalender. Damit tricksen wir unser Gehirn aus. Wir können sicher sein, dass es sich erinnert an das Schwierige, Unangenehme. Es reagiert diesbezüglich wie eine klebrige Unterlage. Darum müssen wir uns nicht kümmern. Auf der anderen Seite verhält sich unser Gehirn bezüglich Schönem und Gutem wie Teflon: dieses perlt nach einigen Minuten ab. Wenn wir uns also aktiv kümmern darum, diesem Schönen Raum in unserem Leben und in unserer Erinnerung zu geben, es festzuhalten, zu würdigen, zu benennen - dann besteht die Chance, dass das Gute seine Spuren in unserer Erinnerung hinterlässt und uns froh und glücklich sein lässt.

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