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Yoga neu entdeckt!


Dieses Jahr habe ich eine dreimonatige Pause als Yogalehrerin eingelegt. Dabei konnte ich Yoga neu für mich entdecken. Patañjali definiert ihn im YOGASUTRA. Ich konnte diese Definition erleben.



Jede Tätigkeit erfährt mit der Zeit Routine. Das ist gut so, denn Routine spart Kraft. Zuweilen ist es aber gut, wenn man Routinen unterbricht, denn sie haben auch etwas Einschläferndes. Vieles läuft dann unbewusst, es wird «gewöhnlich». Und meist entdeckt man dessen Wert erst wieder, wenn man es verloren hat.

Auch die erfüllende Tätigkeit als Yogalehrerin kann zur Routine werden. Weil aber im Yoga die Bewusstheit, das Aufwachen einen zentralen Stellenwert hat, nutzte ich die Chance, für längere Zeit aus dem Unterrichtsleben auszusteigen. Ich widmete mich vielem, das mir auch noch wichtig ist. Yoga wurde ganz bewusst in den Hintergrund gerückt.


Eines Tages aber begann mein Körper zu mucksen. Zuerst ganz leise, dann immer deutlicher. Ich habe viel gemalt, meditiert, gelesen – alles sitzende, ruhige Tätigkeiten, die mir viel Freude bereitet haben und wertvoll waren. Mein Körper aber forderte langsam auch wieder mehr Aufmerksamkeit. Und so erlebte ich einen ganz besonderen Moment. Als ich mich nämlich auf die Matte legte, meine Yogapraxis mit den mir lieben Ritualen einleitete, berührte mich ein Gefühl wie Heimkommen. Schon bald begannen die Asana zu wirken, der Atem floss fein und leicht, die Energie kam spürbar ins Fliessen. Bereits nach der ersten Praxis fühlte ich mich belebt und wohl wie lange nicht mehr.


In seinem bekannten YOGASUTRA 1.2 definiert PATAÑJALI den Yoga mit den Worten: »Yoga ist der Zustand, in dem die Bewegungen des Geistes in eine dynamische Stille übergehen.» (Übersetzung nach R. Sriram). Yoga beginnt also, wenn mit dem Geist etwas passiert. ASANA und PRANAYAMA bereiten den Boden. In dem Moment, da wir bei den Yogaübungen merken, dass sich unser Denken und Fühlen dabei verändert, in dem Moment beginnt das, was wir Yoga nennen.


Manchmal muss man etwas loslassen, um es wiederzufinden. Meine Yogaauszeit ermöglichte mir, diese grossartige Definition des Yoga neu und vertieft zu erleben. Nein, es ist nicht erst Yoga, wenn der Geist ruhig ist. Die Übersetzung von R. Sriram beschreibt es treffend: «…in dem sie in eine dynamische Stille übergehen.» Der HATHA YOGA lehrt uns, dass den Körper- und Atemübungen dabei ein zentraler Stellenwert zukommt.


Dass die Yogapraxis in der Gruppe ausgeführt diese Wirkung verstärken kann, das haben mir die vielen Nachrichten meiner Yogaschülerinnen und -schüler gezeigt, denen der Yogaunterricht in diesen drei Sommermonaten zum Teil arg gefehlt hat. Es ist eine besondere Energie, die entsteht, wenn einige Menschen zusammen Yoga üben. Für eine kurze Zeit sind wir eingebettet in eine Stimmung, die uns dabei unterstützt, zu uns zu finden. Wie schön, dass der Yogaunterricht wieder beginnt und die Praxis wieder Teil meines Alltags geworden ist.




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