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Yoga im Alltag verankern

Drei wundervolle, intensive Kurstage liegen hinter uns: 12 engagierte, neugierige Lehrerinnen aus der ganzen Schweiz besuchten das Weiterbildungsangebot "Gelassen, präsent und klar - mit Yoga dem Stress begegnen" in St. Gallen. Wir vertieften uns in die Praxis und Philosophie des Yoga, diskutierten, schwitzen, praktizierten und waren ganz nah am gelebten Leben - dem Schulleben und dem eigenen. Wie nun lassen sich die neuen Impulse im Alltag verankern?

Der Wunsch der Teilnehmerinnen war deutlich spürbar und wurde auch benannt: ich möchte dranbleiben. Doch wie gelingt mir dies im fordernden Alltag?


Einerseits geht es darum, eine lebbare Routine aufzubauen. Eine Routine, die dabei hilft, "abhyasa" ernst zu nehmen, das stete Üben, das im Yoga so wichtig ist. Zum anderen aber auch um die Ausrichtung des Geistes auf Wohlwollen, Güte, Freude, Mitgefühl und Gelassenheit: wie kann dieser Impuls aufrecht erhalten und genährt werden?


Für die tägliche Routine der Yogapraxis gibt es bewährte Tipps:

  • Jeden Tag 15 Minuten einplanen und dann auch wirklich die Matte ausrollen für eine Yogapraxis, die Freude bereitet - das ist machbar. Für einige passt das am Morgen, für andere eher vor dem Zubettgehen. Täglich 15 Minuten sind wirksamer als nur einmal wöchentlich eine ganze Stunde.

  • Grundlage dafür ist der regelmässige Yogaunterricht unter Anleitung einer gut ausgebildeten Yogalehrerin. Sie kann dir Impulse für deine Praxis geben und dich unterstützen bei der korrekten Ausführung der Asana und Pranayama. Zudem ist es nährend und wohltuend, sich einmal in der Woche mit Gleichgesinnten in einem schönen Raum mit friedvoller Atmosphäre zu treffen und in die Welt des Yoga einzutauchen.

  • Pranayama und Asanapraxis müssen nicht zwingend miteinander verwoben geübt werden. Vielleicht passt es besser in einen vollen Alltag, für die Atemübungen einen speziellen Zeitpunkt festzulegen, unabhängig vom Praktizieren auf der Matte.

  • Es gibt sehr ansprechende Videos und Apps, die eine tägliche Routine unterstützen können. Mein Lieblingsyoutubekanal für Yoga ist der von Mady Morrison. Die App meiner Wahl für Meditations- und Atemübungen ist der Insight Timer - ein amerikanisches Produkt, das auch viele deutschsprachige Anleitungen bereithält. und durch seine hohe Qualität zu überzeugen weiss. Beide Angebote sind kostenlos.

Ebenso anspruchsvoll ist es wohl, eine yogische Ausrichtung des Geistes aufrecht zu erhalten. Doch auch hier gilt: täglich 10 Minuten für den Geist, das sollte Platz haben. Wenn wir bedenken, wieviele Minuten jeder erwachsene Mensch hierzulande durchschschnittlich im Raum sozialer Medien verbringt, dann sollte es möglich sein, dort etwas Zeit abzuzweigen für Klarheit, Weite und Freundlichkeit im Denken und Fühlen.


Der Zeitpunkt für die Meditationspraxis ist weniger wichtig als die Regelmässigkeit - auch hier. Diejenigen, die beim Meditieren gerne vom Einschlafen eingeholt werden, setzen sich vielleicht besser am frühen Morgen für 10 Minuten hin und erproben Meditationsformen, die ihnen Freude bereiten. Vielleicht ist es die Stimme einer Yogalehrerin für Atemmeditation, die dich zuverlässig in den Tag begleitet, vielleicht ist es eine Gehmeditation, die dir gut tut, vielleicht ist es aber auch das Führen eines Dankbarkeitstagebuches, das dich dabei unterstützt.


Zuallererst und vor allem ist bei alledem der Entschluss gefragt. Der Entschluss, einer Yogapraxis im Leben Raum zu geben. Die Ideen folgen dann sogleich. Beginne mit kleinen Schritten, von denen du weisst, dass du sie während eines Jahres wirst einhalten können. Was für ein gutes Gefühl wird es sein, wenn du merkst, dass du es schaffst. Und wenn du merkst, wie gut es dir tut. Wähle Dinge, die dir Freude bereiten, denn diese tut man eben wirklich lieber und damit haben sie die Chance, länger und öfter Platz im Alltag zu finden.


Zu guter Letzt: jede Yogapraxis zielt in der Konsequenz auf Bewusstsein und höchste Präsenz im Alltag. Dabei ist die regelmässige formale Praxis jedoch nicht zu unterschätzen. Immer wieder die Matte für unsere Körperübungen auszurollen, immer wieder sich hinzusetzen, immer wieder seinen Geist auszurichten verändert etwas in uns, lässt uns mit der Zeit durchlässiger werden, bewusster, wahrnehmungsfähiger. Jeder Morgen bietet zudem die Möglichkeit, neu anzufangen. Behalten wir also einen langen Atem. Es lohnt sich.





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