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Wider die Angst

In diesen Zeiten empfinden viele Menschen Angst. Kein Wunder bei den Bildern und Nachrichten, die uns täglich erreichen. Angst ist aber auch eine mächtige Waffe, die nur zu gern strategisch und ganz gezielt eingesetzt wird. Sie lähmt, macht schwach und krank und entfernt uns von unserer wahren Kraft. Und vom Frieden. Wollen wir das?

Die Nachrichten und Bilder, die uns in diesen Zeiten erreichen, machen Angst. Und sie laden uns ein, Partei zu ergreifen - für die einen, gegen die anderen. Für die Guten, gegen die Bösen. So nachvollziehbar und scheinbar nötig dies auch sein mag, letztlich sind auch das negative Gedanken, die wir dabei entwickeln: Hass, Unverständnis, Rachegedanken.


Spirituell gesehen ist alles mit allem verbunden. Jeder Manifestation geht ein Gedanke voran - alles, was existiert, wurde zuerst gedacht. Auch die Physik lehrt uns, dass alles Schwingung ist. Geräusche, Farben, selbst Fels und lebendige Wesen entpuppen sich bei näherem Hinschauen als mehr oder weniger dicht schwingende Atome - was wir mit unserem menschlichen Auge ohne Hilfsmittel natürlich nicht sehen können. Aber wenn wir uns darauf einlassen, können wir es spüren - am einfachsten wohl beim Hören, noch gut nachvollziehbar beim Sehen von Farben. Und es gibt genügend Menschen, die auch Schwingungen von Menschen und Tieren wahrnehmen können.


Was bedeutet dies für das Denken und Fühlen?

Ohne viel von Physik oder gar Quantenphysik zu verstehen, kann ich mir mit dieser Vorstellung dennoch etwas Wichtiges erklären.

In Kulturen, die enger mit der spirituellen Dimension verwoben sind als wir, gibt es die Tradition der Mönche und Nonnen, die durch die Dörfer ziehen und von der Dorfbevölkerung Essen und Trinken bekommen. Diese Handlung beruht auf einem Tauschgedanken: die Mönche und Nonnen meditieren und beten für alle. Dafür spenden ihnen die im weltlichen Leben verankerten Menschen Nahrung und was man sonst so braucht, um zu überleben. Der Grundgedanke dahinter ist der, dass unsere Welt und unser Leben aus ALLEM besteht: aus fester Materie wie Reis und Wasser, aus Gasförmigem wie Luft und eben auch aus feiner Schwingendem wie Gedanken. So sind Gebete und positive Gedanken, die in der Meditation entstehen, gleich wichtig und wertvoll für die Gemeinschaft wie Nahrung, die unter der menschlichen Pflege entsteht.


Darüber kann man lächeln, gerade, wenn es um den Tausch von Gedanken gegen Materielles geht. Doch lasst uns diesen Gedanken wenigstens für einen Moment ernst nehmen und weiterspinnen.

Was würde das bedeuten für unser Leben?


Nehmen wir an, Gedanken und Gefühle seien ganz feine Schwingungen, die wir aussenden, die sich ausbreiten und, wie feine Wassertröpfchen in der Luft, sich zusammenfinden zu "Gedankenwolken". Nehmen wir an, auch Freude und Angst, Dankbarkeit und Wut, Liebe und Hass jedes einzelnen der acht Milliarden Erdenbewohner seien Teil des grossen Ganzen. Und betrachten wir uns als das, was wir sind: ein Teil des grossen Ganzen.

Lohnt es sich da nicht, achtzugeben auf seine Gedanken? Lohnt es sich da nicht, all dem Dunklen, Harten, Beängstigenden Helles, Warmes und Ermutigendes entgegenzusetzen?


Auch wenn wir es noch nicht beweisen können - einfach, weil wir die entsprechenden Messgeräte noch nicht kennen! -, möchte ich mich darauf einlassen. Ich möchte mich verbinden mit der Kraft, die im Frühling die Blätter spriessen lässt, mit dem Licht, das uns die Sonne schenkt, mit der Freude, die beim Betrachten von etwas Schönem entsteht, mit der Liebe, die in mir lebt. Und ich möchte mich verbinden mit all den Menschen, die ebenfalls daran arbeiten, unsere Erde zu einem besseren Ort zu machen - einfach auch, indem sie positive Gedanken hegen und pflegen.

Das will nicht heissen, dass wir uns Gefühle wie Trauer und Angst verbieten. Aber wir sollen neben dem Üblen auch das Gute sehen. "Fokussiere nicht nur die Katastrophe, fokussiere auch die Helferinnen und Helfer!", sagt Jack Kornfield.


Lassen wir uns nicht zermürben! Lassen wir uns nicht verängstigen von den schlimmen Bildern, die genau das bezwecken. Lassen wir uns nicht entfremden von den Möglichkeiten, die wir haben. Wir sind viele! Stellen wir uns gegen die Angst und verbinden wir uns mit Freude, Kraft, Licht und untereinander und bereiten so dem Frieden den Weg.



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