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Klangmeditation oder: alles ist Klang

Es gibt vielerlei Möglichkeiten, unseren Geist zu beruhigen, zu uns zu kommen. Bekannt sind Meditationen, bei denen wir unsere Aufmerksamkeit auf das Spiel der Gedanken richten oder auf einen Gegenstand wie eine Kerzenflamme. Auch sehr hilfreich ist Konzentration auf den Klang.

Viele Schöpfungsmythen setzen an den Anfang unserer Welt den Klang. "Am Anfang war das Wort.", sagt das alte Testament. Und die Yogaphilosophie kennt den Laut OM, der in sich alles Folgende beinhaltete.

Damit wussten schon die alten Weisen um etwas, das die Physik der neuen Zeit nachweisen kann: alles ist letztlich Klang. Alles, was wir wahrnehmen, besteht aus Wellen. Einige schwingen in einer Frequenz, die wir sehen können, andere, die wir hören, wieder andere sind für uns Menschen unhörbar (allerdings hören sie z.B. Hunde), und wieder andere sind weder für Gehör oder Sehsinn wahrnehmbar. Klang ist somit eine ganz besondere Erscheinung, die alle Ebenen unseres Seins verbinden kann.


So gibt es auch sehr hilfreiche und wunderschöne Meditationsübungen, die mit dem inneren und äusseren Klang arbeiten, und die uns helfen können, unseren Geist zur Ruhe zu bringen.

Der Yoga kennt den inneren Klang (ANAHATA NADA) und den äusseren Klang (BAHIR NADA). Meditationsübungen führen oft über die Konzentration auf den äusseren zur Wahrnehmung des inneren Klangs. Hier eine einfache Übung, die jederzeit und überall möglich ist und dir Ausgleich, Entspannung und Ruhe schenken kann.


Wo auch immer du sitzt oder stehst: richte deine Aufmerksamkeit auf deine Ohren. Nimm ganz bewusst die Geräusche deiner Umgebung wahr. Unterscheide Geräusche in deiner Nähe und Geräusche, die von weiter weg kommen. Bemerke, wie jeder Klang entsteht, eine Zeit lang da ist, und dann wieder vergeht. Registriere, wie jedes Geräusch sich wandelt. Bleibe einige Augenblicke beim bewussten Lauschen.

Richte deine Aufmerksamkeit dann nach innen. Versuche, die Geräusche deines Körpers zu hören: das Geräusch deines Atems, vielleicht das Pulsieren des Blutes, Geräusche, die in deinem Mund entstehen.

Lass auch diese Warnehmung los. Nimm wahr, wie auch diese Geräusche entstehen und vergehen. Bleibe bei dir und lass innere und äussere Klänge kommen und gehen. Bewerte die Geräusche nicht. Lass sie sein, was sie sind: Geräusche, die entstehen und vergehen, wie alles andere auch.


Um den Inneren Klang (ANAHATA NADA) zu hören, muss es still sein. Mit dem "Inneren Klang" sind nicht die Geräusche deines Körpers gemeint, sondern ein Klang, der von den Ohren nicht wahrnehmbar ist. ANAHATA Klänge entstehen, wenn es in einem Raum ganz still ist. Mit der BHRAMARI-Atmung kannst du dieses Phänomen unterstützen.

Letztlich ist aber die Erfahrung des Inneren Klangs ein Geschenk, die in der Meditation möglich ist. Er verbindet dich mit allem, was ist. Konzentriere dich in der Meditation also auf dein Inneres, verbinde dich mit dem AJNA-CHAKRA, lausche und werde in diesem Lauschen ganz weit. Entsteht ein Klang? Spürst du eine innere Schwingung? Vielleicht kannst du dich so wahrnehmen als einen Teil des grossen Ganzen, einen Teil, der mitschwingt im grossen Tanz des Lebens.






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