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Wie Wünsche wahr werden können

Gerade beginnt sie, die "Zeit zwischen den Jahren". Damit erleben wir eine Phase des Wünschens: Wünsche an's Christkind haben Kinderherzen erfüllt und sind vielleicht in Erfüllung gegangen, Wünsche für's neue Jahr füllen die Briefkästen der Erwachsenen. Viele von uns nutzen die Rauhnächte um Bilanz zu ziehen und Spuren zu legen für das, was kommen mag. Die darunter liegenden Wünsche sind mächtige Verbündete und können uns dabei unterstützen, unser Leben selbstbewusst zu gestalten.

Wenn wir Kindern zuschauen, wie sie Fahrrad fahren lernen, können wir beobachten, dass sie anfänglich unweigerlich dorthin fahren, wohin ihr Blick geht. Eltern kennen das und rufen immer wieder:"Schau geradeaus!" Das gleiche Phänomen lässt sich bei Erwachsenen beobachten: unsere Bewegungen - äussere wie innere - gehen dahin, wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten. Wird ein Kind erwartet, fallen einem plötzlich die vielen (oder wenigen) Kinderwagen auf der Strasse auf. Wartet man abends auf die Heimkehr eines Menschen, hört man Hausgeräusche, die einem sonst kaum auffallen.


Psychologie und Yoga arbeiten seit langem mit diesem Phänomen. Ein wesentlicher Bestandteil der jeweiligen Übungspraxis besteht in einer heilsamen Ausrichtung der Gedanken. Jede spirituelle Praxis nutzt die Kraft von Affirmationen, im Yoga kennen wir SANKALPAS als besonders machtvolle Formulierungen von Absichten, die aus einem Zustand der Meditation heraus gefunden werden. Auch Entwicklungsarbeit von Individuen oder von Institutionen wird meist verbunden mit Visionsarbeit. Ob Affirmation, Sankalpa oder Vision - ihnen allen ist gemeinsam, dass sie dann wirksam werden, wenn wir sie intensiv und lebendig erfahren - also auch mit Gefühlen verbinden -, und wenn wir uns bei aller kraftvollen Ausrichtung dem Lauf des Lebens anvertrauen.


Die BHAGAVAD GITA, einer der Grundlagentexte des Yoga, findet Bilder dafür, wie wir uns einsetzen können für etwas, das uns wichtig ist, und zugleich ergebnisoffen bleiben. Das meint, dass wir unser Bestmögliches tun, jedoch nicht in Anspruch nehmen, dessen Auswirkungen in der vollen Breite voraussehen und steuern zu können. Vielmehr wird beschrieben, wie das Ergebnis einer höheren Macht überlassen wird.


Für das neue Jahr fand ich diesen Gedanken, der das sehr schön ausdrückt:

HOLD THE VISION. TRUST THE PROCESS. ENJOY THE JOURNEY.

Dafür muss man zuerst eine Vision finden. Die Ausrichtung der Gedanken auf Heilsames, Nährendes, auf Herzenswünsche hilft dabei. Besonders wirksam sind selbst formulierte Sätze, zu denen man in einem entspannten Zustand Bilder entstehen lässt. Bilder, die das Gewünschte ausdrücken und in einem ein warmes Gefühl entstehen lassen. Dabei passen sich oft Worte und Bilder eine Zeit lang aneinander an, bis irgendwann eine grosse Ruhe eintritt. Diese zeigt einem an, dass das Ergebnis für den Moment stimmig ist.


Am besten ist es, die Sätze aufzuschreiben - kurz und knapp abgefasst und das Ergebnis positiv beschreibend (also keine "nicht"-Sätze) -, und diese mehrmals am Tag anzuschauen. Lebe mit deiner Vision. Lass das Bild tief in dich dringen. Dann entspanne dich und vertrau dem Leben.



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